Fremde Helden – Erzählungen
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Verräter, König, Held
Jurica Pavicic: Fremde Helden Übersetzung: S. Böhm und B. Stipetic 209 Seiten gebunden Ausgabe Taschenbuch
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Eigensinnige Südländer, reizbar, temperamentvoll, konservativ, leicht verstockt, eher grob, dem Alkohol zugetan, Familienmenschen, Patriarchen, etwas lethargisch, fußballbesessen – und immer wieder Frauen, die dieser Gesellschaft trotzig ein Stück Freiheit abringen. Pavicics Geschichten nehmen uns mit in den Krieg und wieder hinaus in eine Gesellschaft im radikalen Wandel. Sie erzählen von Verrat, Vergeltung und Vergebung, von Verlust und Flucht. Pavicic ist ein Meister der Beobachtung von menschlichen Beziehungen, mit untrüglichem Instinkt findet er den Moment, nach dem nichts mehr ist, wie es war.
Der Band versammelt alle Erzählungen der bisher als E-Book only erschienenen Sammlungen „Tabernakel“, „Helden“ und „Verrat“, ergänzt durch eine weitere Erzählung des Autors.
Rezensionen: Die Erzählungen von Jurica Pavičić sind perfekt komponiert, sehr gut geschrieben, in einer klaren, präzisen Sprache. Pavičić bewahrt ein Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz zu den Figuren und weiß auf eine schlichte Art tief zu berühren. Petra Reich, literaturreich.de Pavicic ist im besten Sinne ein engagierter Autor. Literarisch interessieren ihn sowohl widerrechtliche Bauten als auch der Kummer von Gastarbeitern, Fußball als Metapher für gesellschaftliche Veränderungen vom „Sozialismus mit menschlichem Gesicht“ zum „wilden Kapitalismus“ sowie der Zusammenprall von beruflichen Ambitionen mit der Unmöglichkeit eines erfüllten Privatlebens, die Katastrophe des Kriegs gleichermaßen wie die Folgen im Leben der Täter und Opfer zu Friedenszeiten. Seinen traurigen „Helden“ stehen mit einem Bein auf sicherem Boden und mit dem anderen über dem Abgrund. Vecernji list Pavicic ist einer der Besten, was die intelligente und subtile sozial-mental-kulturologische Beobachtung angeht. Es gibt wenige Autoren, nicht nur in Kroatien, sondern überhaupt in unserem Sprachraum, die so gekonnt die schicksalhafte Gleichartigkeit und die traumatischen Veränderungen der hiesigen subkontinentalen Gesellschaften beleuchten. Teofil Pancic, Vreme Von Jurica Pavičić außerdem bei uns erschienen: Ein Tod für ein Leben
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